Fuhrparkverwaltung, mehr als eine Kostenstelle
If You Can’t Measure It, You Can’t Manage It. (Was du nicht messen kannst, darüber hast du auch keine Kontrolle.) Dieses Paradigma ist nicht neu, und es hat in vielen Bereichen immer noch seine Gültigkeit. Besonders da wo Routineabläufe betroffen sind. Dort, wo Tag für Tag der gleiche Prozess mit sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen abläuft. Egal, wie gut ein Prozess im Voraus geplant wurde, nur das ständige Messen des Endergebnisses ermöglicht die Optimierung solcher Abläufe.
Erst das Messglied schließt den Regelkreis, weil es ins System wieder die Istdaten als Rückmeldung einspeist und den Vergleich mit dem Sollzustand ermöglicht.
Ein Heizkörper wird z.B. nur dann optimal arbeiten, wenn ein Thermostat ständig die Umgebungstemperatur misst und als Steuergröße für die Ventilstellung berücksichtigt. Gegenüber einem mit Handventil gesteuerten Heizkörper wird die Raumtemperatur weitaus gleichmäßiger sein, und die Heizöl-Einsparungen sind enorm. Weshalb Thermostatventile an Heizkörpern seit 30 Jahren Pflicht sind.
In vielen Firmen in Deutschland wird der Fuhrpark aber quasi noch mit dem Handventil gesteuert: Die Fahrer werden bei Übergabe des Fahrzeuges (bestenfalls per Vertrag) darauf eingeschworen, mit dem Fahrzeug sorgsam umzugehen. Anschließend gilt das Prinzip Hoffnung. Die Fuhrparkverwaltung beschränkt sich auf rein administrative Tätigkeiten die mit dem Fahrzeugeigentum einhergehen – nicht selten gehört die Weiterreichung von Briefen mit dem Aufdruck „Anhörung wegen einer Ordnungswidrigkeit“ dazu – sowie die Bezahlung nicht unerheblicher Geldbeträge für Anschaffung und Unterhalt der Fahrzeuge.
Die Möglichkeiten der Rückmeldung sind normalerweise äußerst beschränkt: Die Unterhaltskosten werden natürlich daraufhin geprüft werden, ob Rechnungen plausibel sind. Ob der Zweck der Fahrten tatsächlich auch erreicht wurde, sprich: ob die Kunden so besucht wurden wie beauftragt, oder ob das Fahrzeug währenddessen vielleicht für Privattouren oder sonstiges benutzt wurde, das lässt sich oft nur schwer herausfinden.
Noch spekulativer ist die Annahme, dass das Fahrzeug auch jederzeit sparsam, sicher und regelkonform bewegt wurde. Im Nachhinein lässt sich kaum mit Sicherheit sagen, ob erhöhter Verschleiß oder aufgetretene Motorschäden einfach nur Pech waren, oder nicht durch allzu „sportliche“ Fahrweise des Fahrers herbeigeführt wurden. Wer hat sie nicht bereits gesehen, die Handwerkerautos mit quietschenden Rädern beim Ampelstart. Die Transporter, die auf der Autobahn Sprintduelle gegen Mittelklassewagen austragen. Oder andererseits die Außendienstfahrzeuge, die tagsüber stundenlang auf Waldparkplätzen stehen.
Die Autos des Fuhrparkes fahren aber nicht nur auf Kosten der Firma, sondern auch in derem Namen. Steht dieser noch als Firmenwerbung gut leserlich auf dem Auto drauf, dann kann bei regelwidrigem oder rücksichtslosem Verhalten des Fahrers das Werbeschild schnell die beabsichtigte Wirkung verfehlen und in ihr Gegenteil verkehren.
Einzige sichere Abhilfe schafft ein Online-Fahrzeugortungssystem. Erst damit erhält der Fuhrparkbetreiber die Gewissheit, wo sich sein Fahrzeug aufhält und wann und wo es wie schnell gefahren ist. Die Fahrzeugposition wird laufend per GPS ermittelt und über eine Mobil-Datenverbindung zu einem Server im Internet gesendet. Von dort können sie durch den Fahrzeugeigner -die Fuhrparkverwaltung- abgefragt werden. Es können also die Fahrtrouten des Fahrzeuges exakt nachverfolgt werden, ebenso Zeiten und Orte an denen das Fahrzeug geparkt war. Damit lassen sich alle Zweifel über die ordnungsgemäße Auftragserfüllung der Fahrer verlässlich ausräumen.
Fortschrittliche Systeme ermöglichen die Abfrage und Übermittlung weiterer Parameter, wie z.B. den Status des Zündschlosses, den Füllstand des Kraftstofftanks und Zustände externer Sensoren (Thermometer, Türkontakte o.ä.). Dies erlaubt die Überwachung von Betankungsvorgängen, Kraftstoffentnahmen ebenso wie die Dokumentation von Kühlketten. Es wird nicht nur Kraftstoffdiebstahl vorgebeugt, sondern auch die Kraftstoffabrechnung erleichtert. Zu jedem Tankstopp laut Fahrzeugortungssystem muss eine Kraftstoffrechnung zugeordnet werden können und umgekehrt. Kartenlesegeräte ermöglichen u.a. die mobile Arbeitszeiterfassung.
Top-Geräte unter den GPS-Ortungssystemen erlauben den Anschluss an das Onboard-Bus-System (Fahrzeug-CAN), womit eine Reihe weiterer aufschlussreicher Fahrzeugkenngrößen verfügbar wird: Motortemperatur und -drehzahl, Momentanverbrauch, Kilometerstand laut Tacho, Auslesen des Fahrtenschreibers, Status vielerlei Kontakte (Bremse, Lichter, Batteriespannung, Fahrzeugalarm usw.) und sogar fahrzeuginterne Fehlermeldungen. Damit ist eine lückenlosen Fahrstilanalyse möglich, welche über Anreizsysteme wiederum die sparsame und schonende Fahrweise der Fahrer steigert. Dies ist der Grund, weshalb sich selbst teurere Fahrzeugortungssysteme mit CAN-Bus-Anschluss in der Regel sehr schnell amortisieren. Wenn auch noch die fahrzeuginternen Fehlermeldungen mit übertragen werden, ermöglicht dies die Ferndiagnose für das Fahrzeug, kostenfrei und ohne Werkstattbesuch.
Mit Hilfe eines Online-Fahrzeugortungssystems wird im Fuhrpark der Informationsfluss vom Fahrzeug zurück zur Fuhrparkverwaltung geschaffen. Dieser ist die Basis für jedwede Art der Optimierung. Der dadurch zu erreichende Effizienzgewinn im Fuhrpark dürfte in ähnlicher Größenordnung liegen wie beim Heizkörperthermostaten.


